Berlinale 2016

„Zurich“ von Sasha Polak

Nina  ist außer sich. Um ihr Gesicht, ihre verzweifelte Suche, ihren sprachlosen inneren Tumult dreht sich Sasha Polaks ganzer Film, nicht um die Typen, die sie in Trucker-Kneipen sucht, auch nicht um den einen liebevollen Kuschelbär, der Ninas Begehren und ihre eisige Verschlossenheit zu spüren bekommt. Sie sucht keine Abenteuer, sie sucht einen bestimmten Trucker, der womöglich aus der Stadt zurückkehren würde, nach der „Zurich“ benannt ist. 40 Tage, sagt man in Asien, verweilen die Toten unter uns, bevor sie in die Ewigkeit eingehen. Nina treibt sich in diesem Zwischenreich herum, sie nimmt die Spur mit allen Sinnen auf, blind für die andere, die „normale“  Wirklichkeit. Wie Sasha Polak ein schwarzes Roadmovie in den Schattenriss einer tragisch Trauernden verwandelt, ist schon grandios, aber dann taucht dahinter noch eine Geschichte auf:  Vielleicht hat Nina den einen, den sie vermisst, nie wirklich gehabt.

Text: C. Lenssen

Foto: Frank van den Eeden

Zurich R: Sasha Polak, NL 2015

Termine: Di 10.02., 22.30 Uhr (Arsenal 1), Sa 14.02. 20.00 Uhr (Cubix 9)

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