Abnormale Familie
Erotische Filme haben in allen Kulturen eigene Regeln: Das japanische Genre der PINK-Filme führt über die Faszination für das Verbotene zu radikaler Gesellschaftskritik.
Animes, Samurai-Filme, vielleicht noch Yakuza-Filme. Das sind typisch japanische Genres, die im Westen bekannt sind. Weit weniger geläufig sind sogenannte pinku eigas oder pink films, die ihren Namen dem weiblichen Körperteil verdanken, das hier zumindest thematisch im Mittelpunkt steht. Um Sex geht es in diesen Filmen, aber Softcore-Sexfilme vom Schlage der „Emmanuelle“-Reihe sind sie dennoch nicht, wie die drei Filme zeigen, die in einer kleinen Reihe im Forum zu sehen sind.
2018 Kokuei / Rapid Eye Movies
Was zum einen daran liegt, dass die Japaner zwar wie alle anderen auch Sex mögen, und damit auch Pornos, bei der Darstellung desselben aber eine merkwürdige Mischung aus grafisch und züchtig verfolgen. Besonders speziell ist die Eigenart, dass keine Schamhaare zu sehen sein dürfen, was dazu führt, dass selbst Hardcore-Pornos in der Regel komplett gepixelt sind, also die Essenz des Pornografischen versteckt ist.
Surrealer Trip
Diesem züchtigen Wesen steht eine Lust an Formen der Sexualität entgegen, die im Westen oft als bizarr betrachtet wird, Formen des Bondage etwa, wie sie in vielen großformatigen Bildbänden des Fotografen Araki auch im Taschen Verlag verfügbar sind, aber auch voyeuristische oder sado-masochistische Ansätze.