Berlinale

Berlinale 2018: Tipps für den 22. Februar

Quelle: Sony Pictures Entertainment, © Columbia Pictures Corporation Inc.

Fail Safe (Classics)     

Ein beklemmend düsteres Drama aus der Blütezeit des Kalten Kriegs, gewissermaßen die ernste Version von Kubricks schwarzer Komödie „Dr. Seltsam“. Auch in Sidney Lumets „Fail Safe“ (1964) wird ein US-Atombombengeschwader aufgrund von Fehlinformationen gen Moskau geschickt und ist nicht mehr rückholbar – die Sicherheitstechnik hat sich selbstständig gemacht. Henry Fonda, das gute demokratische Gewissen der US-Nation, muss als Präsident einige unerfreuliche und äußerst drastische Maßnahmen ergreifen. Der Film liegt jetzt in einer digital restaurierten 4K-Fassung vor, fehlende Teile des Original-Kameranegativs wurden ergänzt. Lars Penning
22.2., 21:15 Uhr, HdBF

© nofoco filmes

O processo (Panorama)   

Ein Dokumentarfilm, der mitten hinein in die brasilianische Innenpolitik führt: Maria Ramos drehte vor allem bei den Ausschusssitzungen, bei denen es 2016 und 2017 um die Abberufung der linken Präsidentin Dilma Roussef ging. Ihre Anhänger begriffen das Manöver als einen Staatsstreich. Man braucht eine Weile, bis man sich orientiert zwischen den vielen Sprechern und Agierenden, allmählich aber gewinnt man ein Gefühl für einen Angriff auf die Demokratie, der in seinen Strukturen einen Modellfall erkennen lässt: Brasilien ist keineswegs eins Einzelfall. „O processo“ ist zugleich großartig konkret und allgemein relevant.   Bert Rebhandl
22.2., 19:30 Uhr, Cinestar 7

Premières armes (Forum)     

Soldaten wollen sie werden und ihrem Land dienen. Aber da muss man natürlich erst einmal Exerzieren lernen und T-Shirt-Falten und Benimm. Dass das soldatische Sein auch eine Weise der Repräsentation ist, eine Form der Disziplin, in der sich Respekt ausdrückt – nicht zuletzt vor der schweren Verantwortung, eine tödliche Waffe zu handhaben -, das zeigt Regisseur Jean-François Cassy in seiner Beobachtung der Grundausbildung junger Rekruten der kanadischen Armee. Ein Institutionenporträt im Geiste des großen Dokumentaristen Wiseman, kommentarlos und nüchtern, dabei doch spürbar neugierig und mit viel Sinn für Humor und Situationskomik. Alexandra Seitz
22.2., 16:30, AdK

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