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„Berlinized – Sexy an Eis“ im Kino

Berlinized

„Sexy an Eis“, so hieß ein Drink, der Ende der 90er-Jahre in der Galerie Berlintokyo ausgeschenkt wurde. Er wurde in einem Kanister gemixt; das Rezept ist nicht überliefert, wohl aber seine Wirkung: In dem muffigen Keller am Hackeschen Markt, der sich als Ausstellungsraum ausgab, kam es mehrmals in der Woche zu ausgelassenen Feierlichkeiten. „Es war damals ein Sport, eine Ausstellung zu versprechen und eine Party zu liefern“, erinnert sich Jim Avignon. Der inzwischen in New York lebende Maler gehört zu den Künstlern, Musikern, Architekten und Barbetreibern, die in Lucian Busses Dokumentation „Berlinized – Sexy an Eis“ mit warmen Worten, aber ohne verklärendes Pathos auf eine Zeit der Zwischenräume zurückblicken, als in jedem verfallenen Hinterhof in Mitte ein neues Abenteuer zu warten schien. „Bis Ende der 90er gab es die Idee einer Karriere gar nicht“, sagt Avignon. Neben Zeitzeugenberichten und lustigen Originalaufnahmen sieht man in Busses Film aber auch schon die Bagger rollen. Eine Stadt ist am Entstehen, in der kein Platz mehr ist für sorglose Hinterhofexperimente.

Text: Heiko Zwirner

Foto: Alien TV

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Berlinized – Sexy an Eis“ im Kino in Berlin

Berlinized – Sexy an Eis, Deutschland 2012; Regie: Lucian Busse; 84 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 10. Mai

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