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Bert Rebhandl kommentiert: FC Movie

Bert Rebhandl

Vor ein paar Jahren rief mich einmal ein Freund an, um mir eine Idee schmackhaft zu machen. Er wollte gern einen Filmclub initiieren, eine regelmäßige Runde, die sich treffen würde, um gemeinsam Filme anzuschauen und darüber zu reden. Ich reagierte damals eher skeptisch, und schlug ihm im Gegenzug vor, diese Runde anders aufzuziehen – nicht in Privaträumen, sondern mit Verabredungen im öffentlichen Raum. In Berlin hat man jeden Abend mehrfach die Auswahl zwischen interessanten Filmen, warum also nicht eher diese Angebote durch Besuch stärken als durch Home Viewing weiteres Publikum abziehen?
Ich fürchte, ich habe mit meinem Einwand damals die Initiative frühzeitig beendet, jedenfalls habe ich von dieser Filmrunde nichts mehr gehört – vielleicht treffen sie sich ja ohne mich.
Inzwischen aber bin ich meinem damaligen Prinzip selbst untreu geworden, die (terminlich wie personell) lose Gruppe, die sich ab und zu bei mir einfindet, hat von einer literarisch tätigen Freundin den schönen Namen FC Movie bekommen – FC wie Filmclub, aber auch in einer subtilen Würdigung meiner Fußballbegeisterung. Der FC Movie trägt dem Umstand Rechnung, dass das Kino sich sowieso immer stärker auf alle möglichen Orte und Geräte verteilt. Neulich haben wir „Hard Eight“ geschaut, den ersten Film von Paul Thomas Anderson. Die Tränensäcke von Philip Baker Hall, die waren selbst daheim großes Kino.

Text: Bert Rebhandl

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