Kino & Stream

Bert Rebhandl kommentiert: Loch in der Wolke

Bert Rebhandl

Neulich habe ich in Toronto an einer nicht weiter bedeutenden Ecke einen Film gedreht. Ich werde ihn einer Sammlung von 360-Grad-Schwenks hinzufügen, die mich an Momente auf Reisen erinnern. Ich habe dafür einen Vimeo-Kanal eingerichtet, davor musste das File aber für eine Weile in die Cloud. Denn es lud sich von selbst hoch, als mein Telefon wieder mit dem Netz verknüpft war.
Hacker und Datendiebe werden mit diesem Film keine Freude haben. Aber ich wurde für einen Moment daran erinnert, dass wir alle vom „Great Naked Celebrity Foto Leak“ gar nicht so weit entfernt sind. So nennt der „Guardian“ die Affäre um gestohlene und teilweise auch veröffentlichte intime Aufnahmen von Stars wie Jennifer Lawrence. Ich könnte allenfalls eine Rolle im „Great No-Nude Regular People Foto Leak“ spielen.
Zwei Tage, nachdem ich aus Toronto nach Hause gekommen war, bekam ich eine E-Mail von einer Kollegin, die Presse für das Filmfestival Viennale macht. Sie schrieb aus Korfu, war bestohlen worden, bat dringend darum, Geld zu senden. Der Schwindel war leicht zu durchschauen, kurz darauf kam die Warnung: „Mein Konto wurde gehackt.“ Ganz schön unheimlich, was wir uns da mit dem Speichern im Netz eingehandelt haben. Ich werde mir am besten „Sex Tape“ ansehen, um das Unbehagen wegzulachen.

Text: Bert Rebhandl

Mehr über Cookies erfahren