Kino & Stream

Bert Rebhandl kommentiert: Serienkino

Bert Rebhandl

Derzeit schaue ich zwei Serien: eine amerikanische („The Good Wife“) und eine französische („Les revenants“). Und genau genommen auch noch eine kurze dritte, nämlich „The Comeback“ mit Lisa Kudrow. Das Ritual, dass man sich jederzeit mit fast allen Freunden darüber verständigen kann, welche Serie sie gerade schauen, gibt es jetzt auch schon wieder ein paar Jahre. Allerdings werden die Übereinstimmungen seltener. Das hat mit dem Boom der Formate zu tun, dem sich auch die Berlinale angeschlossen hat. Da könnte man die Frage stellen, ob das ein Boom ist, der vielleicht seinen Höhepunkt schon überschritten hat. Alle Indizien sprechen dagegen. ?Vor allem der Umstand, dass die Kanäle immer mehr werden. Facebook hat sich ja auch schon einmal als Wohnzimmer-Multiplex probiert, Netflix ist recht schnell Alltag geworden, auf allen Geräten laufen Inhalte, wir haben Accounts bei vielen Providern. Das serielle Erzählen wird uns vor allem deswegen noch lange begleiten, weil es ?an älteste Formen anschließt: Das Prinzip „Fortsetzung folgt“ ist gerade in Zeiten der kommu?nizierenden Timelines zu einem wichtigen Verbindungsfaktor geworden. Und ich muss mich mit „The Good Wife“ beeilen, denn bei der fünften Staffel von „Game of Thrones“ will ich live dabei sein.

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