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Bert Rebhandl kommentiert: Sternenzauber

Bert Rebhandl

Manchmal stelle ich mir vor, wie das aussehen könnte, wenn Monty Python das Weihnachtsevangelium neu verfilmen. Ich bin sicher, sie würden dabei die eine oder andere Pointe über „Star Wars“ einbauen. Es liegt ja auch irgendwie auf der Hand, so, wie sich die Blockbuster-Serie über das Fest der Liebe hermacht.
Zwar muss von Witzen, in denen der Todesstern und der Stern von Bethlehem durcheinanderkommen, dringend abgeraten werden; zudem werden Fans einwenden, dass der Todesstern keinen Schweif hat, während der Stern, der den Königen den Weg zur Krippe wies, eigentlich ein Komet war.
Die Parallelen zwischen den großen Erlösungsfabeln liegen eher im strukturellen Bereich, die Unterschiede in der Wahl der Mittel. In „Star Wars“ wird ordentlich geballert; der ganze Zinnober ändert aber nichts daran, dass es ständig um Zeitenwendendes geht: Die Macht erwacht. So ähnlich sollte das damals ja auch bei dem kleinen Jesuskind sein, von dem man (nachträglich) sagte, dass er schon in der Krippe ein großer König war.
Zu einem Skywalker wurde Jesus erst ganz am Ende, davor tat er sich eher als Waterwalker hervor, und einer seiner Biografen heißt immerhin Luke, jedenfalls auf Englisch. Zu den mythischen Zusammenhängen gibt es längst eine Menge seriöser Überlegungen. Ich finde aber, dass Monty Python dazu mehr dazu sagen hätten. Von der Theorie beginnen ja doch nur die Zimtsterne zu bröseln.

Text: Bert Rebhandl

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