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„Bezaubernde Lügen“ im Kino

Bezaubernde Lügen

Die Ausgangsidee von „Bezaubernde Lügen“ enspricht der einer Screwball-Komödie: Eine Situation kompliziert sich durch allerlei Verwechslungen so gründlich, dass ihre Entwirrung nur noch um den Preis von viel Ärger und seelischen Verletzungen möglich scheint. Im vorliegenden Fall leitet die Friseurin Йmilie (Audrey Tautou) einen von ihrem Angestellten Jean anonym an sie gerichteten Liebesbrief an ihre getrennt lebende Mutter (Nathalie Baye) weiter, um deren Selbstbewusstsein ein wenig aufzumöbeln – woraus sich einiges Durcheinander ergibt. Doch Regisseur Pierre Salvadori geht es nicht um elegante Dialoge und unbeschwertes Lachen, sondern um die banale Moral, dass man mit Gefühlen nicht spielen soll. Deshalb benehmen sich schon bald alle Figuren so grundlegend dämlich, dass „Bezaubernde Lügen“ eher einer Lektion in Fremdschämen gleicht, als einem Beispiel für Sophistication. Allein für die Frechheit, dass die sonst so souveräne Nathalie Baye hier gnadenlos demontiert wird, hat der Film die Höchststrafe verdient.

Text: Lars Penning

Foto: Capelight Pictures

tip-Bewertung: Uninteressant

Orte und Zeiten: „Bezaubernde Lügen“ im Kino in Berlin

Bezaubernde Lügen (De vrais mensonges), Frankreich 2010; Regie: Pierre Salvadori; Darsteller: Audrey Tautou (Йmilie), Nathalie Baye (Maddy), Sami Bouajila (Jean); 104 Minuten; FSK 0

Kinostart: 19. Januar

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