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„Bibi Blocksberg – Eene Meene Eins, Zwei, Drei“ von Royce Ramos

Bibi_Blocksberg_Eene-Meene-Eins_Zwei_DreiDas Universum der kleinen Hexe Bibi Blocksberg entspringt – wie auch jenes des Elefanten Benjamin Blümchen, der sich mit Bibi die Heimat namens Neustadt teilt – den Hörspielcassetten der britischen Autorin Elfie Donnelly, die seit den frühen 1980er-Jahren ihren Siegeszug nicht nur in deutschen Kinderzimmern antraten. Der Erfolg führte alsbald zu mehreren Staffeln einer TV-Zeichentrickserie mit der quirligen Junghexe, denen später zwei halbwegs ansprechende Realspielfilme und zwei Bühnenmusicals folgten.

Der vorliegende Trickfilm „Bibi Blocksberg – Eeene, Meene Eins, Zwei, Drei“ bietet nun kein neues Material an, sondern stellt drei Episoden der Fernsehserie mit kurzen Überleitungen zusammen: So muss Bibi das Vertrauen ihres Besens Kartoffelbrei zurückgewinnen, den sie schwer beleidigt hat, sich mit schummelnden Konkurrenten beim Wettflug um den goldenen Propeller herumschlagen, und die Probleme bewältigen, die ein schnell wachsender und sehr hungriger Dinosaurier in der heutigen Zeit mit sich bringt.

Einer filmkritischen Verortung entzieht sich dieses Werk dabei ein wenig, denn von der Fernsehanimation kann man eben kaum mehr als einen passablen Standard erwarten: Vor durchweg unbewegten Hintergründen turnt die hyperaktive Bibi einigermaßen akzeptabel durch die Szenerie. Visueller Humor bedeutet bei „Bibi Blocksberg“ stets Slapstick, doch Chaos und Abstürze wiederholen sich auf Dauer einfach zu oft, um noch wirklich lustig zu sein. Wirklich nervig ist für Erwachsene allerdings die Tonspur: Hier wird unentwegt gequasselt, und das „Hallöchen“ der rasenden Lokalreporterin Frau Kolumna entwickelt sich schnell zur Qual. Aber die kindlichen Fans der Junghexe mit den unterkomplexen Zaubersprüchen („Hex, hex!“) sehen das vermutlich anders, und tiefgreifenden pädagogischen Schaden wird Bibi auch diesmal nicht anrichten.  

Text: Lars Penning
Foto: KIDDINIX Studios
tip-Bewertung: zwiespältig

Bibi Blocksberg – Eene Meene Eins, Zwei, Drei im Kino in Berlin
Deutschland 1997; Regie: Royce Ramos, Gerhard Hahn (supervising director);
76 Minuten; FSK k.A.; Kinostart: 17. Mai

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