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„Bibliothиque Pascal“ im Kino

Bibliothиque Pascal

Mona, eine junge Mutter, sitzt einem Beamten von der Fürsorge gegenüber. Sie hatte ihre Tochter bei einer Tante zurückgelassen und war einfach verschwunden. Nun möchte sie das Sorgerecht zurück, doch davor muss sie eine Frage beantworten: Sie war lange weg, was hat sie in diesen Jahren getan? Die Antwort nimmt den größten Teil des Films „Bibliothиque Pascal“ des ungarischen Regisseurs Szabolcs Hajdu ein. Wir begeben uns mit Mona auf eine Fahrt voller Unwägbarkeiten und Merkwürdigkeiten, ausgehend von einem Dorffest, das in Regenguss und Rauferei endet, ans Meer, wo ein schöner junger Mann auftaucht (dem bald darauf die Polizei hinterherjagt), und schließlich nach England, wo Mona mit den Härten des internationalen Frauenhandels konfrontiert wird (allerdings auf sehr stilisierte Weise), und wo der ungewöhnliche Titel eine Erklärung findet. Hajdu wechselt kühn ständig die Register, er schreibt seinen Figuren die Fähigkeit zu, Träume nach außen zu projizieren und spannt damit einen weiten, großartigen Bogen zwischen Neorealismus und Fantastik.

Text: Bert Rebhandl

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Bibliothиque Pascal“ im Kino in Berlin

Bibliothиque Pascal (Ungarn, Deutschland 2010); Regie: Szabolcs Hajdu; Darsteller: Orsolya Török-Illyйs (Mona), Oana Pellea (Rodica), Razvan Vasilescu (Gigi Paparu); 114 Minuten; FSK 16

Kinostart: 9. Juni

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