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„The Big Eden“ im Kino

The Big Eden

Rolf Eden war als Club-Betreiber und Playboy jahrzehntelang eine feste Größe im Berliner Nachtleben und in der Boulevard-Presse. Einen Tag nicht in den Medien zu sein, erklärt er zu Beginn von „The Big Eden“, mache ihn immer noch sehr traurig.
Und auch heute kann man den Partylöwen, inzwischen über 80 Jahre alt und eigentlich im Ruhestand, auf Festen sehen, begleitet von seiner jungen Partnerin Brigitte.
Aber Peter Dörflers Film zeigt auch einen anderen Eden. Dass der Partymensch vor seiner Karriere für die Unabhängigkeit des Staates Israel kämpfte, war nie Teil seines Images, und wenn ihn nun alte Kameraden in Tel Aviv als Lebensretter feiern, ist das Eden sichtlich unangenehm. Anders verhält sich das mit seinem antiquierten Frauenbild, das Eden, wie Dörfler ausführlich dokumentiert, jederzeit in der Öffentlichkeit verteidigt. Doch die Versuche, aus den Ex-Geliebten ernsthafte Kritik herauszuholen, scheitern. Er sei halt, wie er sei. Und wenn man Hilfe brauche, sei er immer zur Stelle.
In Dörflers kurzweiligem Porträt dieses alten Charmeurs wird auf Nebenschauplätzen allerdings doch auch manche Unzufriedenheit der sieben Kinder thematisiert, um die sich der Playboy auf seine sehr spezielle Art gekümmert hat. Die eigene Inszenierung, auch das lernt man in dieser Doku, geht bei Rolf Eden immer vor.

Text: Thomas Klein

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „The Big Eden“ im Kino in Berlin

The Big Eden, Deutschland 2011; Regie: Peter Dörfler; 93 Minuten; FSK 12

Kinostart: 8. Dezember

Verlosung: 5 x 2 Freikarten für die Premiere am Do, 8.12., 20 Uhr im Cinema Paris in Anwesenheit von Rolf Eden

Bis 08.12. um 13 Uhr E-Mail an [email protected], Kennwort: Eden. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

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