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„Black Brown White“ im Kino

Black Brown White

Bislang kannte man Erwin Wagenhofer als Dokumentarfilmregisseur. In „We Feed the World“ schilderte er die Malaisen der industriellen Nahrungsmittelproduktion, in „Let’s Make Money“ versuchte er sich nicht an der Analyse, aber doch an einer Darstellung des globalen Geld- und Finanzsystems. In „Black Brown White“, seinem Spielfilmdebüt, bleibt der Impetus einer kritischen Gegenwartsdiagnose in engerem Rahmen. Der Film erzählt die Geschichte des Fernfahrers Don Pedro (Fritz Karl), der Menschen im Lkw von Afrika nach Europa schmuggelt. Kompliziert wird die Lage, als aus der sonst gesichtslosen Menge eine bildhübsche Frau (Clare-Hope Ashitey) und ihr kleiner Sohn in seine Wahrnehmung treten.
Der Plot ist schlicht, jede Regung des Films ist erwartbar. Was „Black Brown White“ rettet, sind die Bilder von Kameramann Martin Gschlacht. Selten sah man ein so lakonisches Cinemascope. Noch aus Kritik am Immobilienmarkt wird ein wundersames Interludium im Laternendämmer. Einmal scheint ein Lkw in Wolkenspiegelungen in den Himmel hineinzufahren. Das sind Schönheiten, die das Empörende nicht leugnen. Es wird vielmehr der Widerspruch des Empörenden und des Schönen im Bild in Beziehung gesetzt.

Text: Ekkehard Knörer

Foto: Allegro Film

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Black Brown White“ im Kino in Berlin

Black Brown White, Österreich 2010; Regie: Erwin Wagenhofer; Darsteller: Fritz Karl (Don Pedro), Clare-Hope Ashitey (Jackie), Theo Caleb Chapman (Theo), 102 Minuten; FSK 0

Kinostart: 3. November

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