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„Black Forest“ im Kino

Zwei Pärchen lassen sich in einem verlassenen Schwarzwaldhof absetzen, um dort eine nette Woche zu verbringen. Eine alte Gruselgeschichte um das Haus und die Fernsehsucht der Milchgesichter bilden den Auftakt zu einer holprigen, auf Seifenoper-Niveau geschauspielerten Genre-Imitation. А la „Poltergeist“ grüßt ein Spukmädchen vom Bastelbildschirm aus der verbotenen Kammer, Panik bricht aus angesichts vermeintlicher Giftpilze, ein einsamer Wanderer muss dran glauben.
Die Hetzjagd untereinander beginnt, heimliches Filmen und paranoide Schuldzuweisungen inklusive. Auch ein „Final Girl“ ist dabei, das der blutigen Eskalation entkommt. Hätte ein schöner deutscher Schundfilm werden können, doch Regisseur Gert Steinheimer, ein Fernsehprofi, weiß wenig mit der mythischen Landschaft und seiner zeitgenössischen Geisterhausgeschichte anzufangen. Die Darsteller lässt er drauflos mimen wie in einem Werbeclip, sein Drehbuch gibt sich moralisch erhaben über das uninspirierte Gemetzel, doch eine hanebüchen schlichte Medienkritik entschuldigt schlechtes Handwerk nicht.

Text: Claudia Lenssen

tip-Bewertung: Uninteressant

Orte und Zeiten: „Black Forest“ im Kino in Berlin

Black Forest, Deutschland 2009; Regie: Gert Steinheimer; Darsteller: Johanna Klante (Eva), Nikola Kastner (Sabine), Adrian Topel (Mike); Farbe, 79 Minuten

Kinostart: 15. April

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