Rassimus

„BlacKkKlansman“ im Kino

Gegen den Klan: Spike Lees wütende Komödie „BlacKkKlansman“

Foto: Focus Features LLC./2018

Als Barack Obama 2008 zum US-amerikanischen Präsidenten gewählt wurde, da dachten viele an einen entscheidenden Schritt zur endgültigen Überwindung des Rassismus. Wie sich herausstellte, war das ein Trugschluss: Mehr denn je prägt das Thema die tägliche Agenda. Für den New Yorker Regisseur Spike Lee bestätigt sich damit nur, was er eigentlich immer schon gepredigt hat.
Sein neuer Spielfilm „BlacKkKlansman“ ist nun allerdings ein überraschender Beitrag zu der aktuell wieder einmal aufgeheizten Situation (angeblich soll Donald Trump dem ominösen N-Wort nicht abgeneigt sein): Lee erzählt in Form einer Komödie von einem haarsträubenden Manöver, nämlich von der Unterwanderung des berüchtigten Ku Klux Klan durch einen afroamerikanischen Cop in Colorado in den 1970er-Jahren. Dieser Ron Stallworth (John David Washington) kann natürlich seiner Hautfarbe wegen nicht selber Mitglied im Klan (oder in „der Organisation“, wie es im Film vorsichtiger heißt) werden, er bereitet die Aktionen telefonisch vor, vor Ort bei den weißen Hassern muss ihn aber ein Kollege vertreten, der allerdings Jude ist: Philipp „Flip“ Zimmermann (Adam Driver).

Spike Lee scheut hier vor Übertreibungen nicht zurück, zeigt sich aber als eigenwilliger und immer wieder brillanter Meister des Absurden – und findet schließlich souverän den Weg in die düstere Gegenwart: bei den rassistischen Kundgebungen in Charlottesville 2017. Einer der Filme des Jahres.

BlacKkKlansman USA 2018, 143 Min., R: Spike Lee, D: John David Washington, Adam Driver, Topher Grace, Corey Hawkins, Laura Harrier, Start: 23.8.

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