Band-Biopic

„Bohemian Rhapsody“ im Kino

Luftleerer Raum: Einfallslose Hommage an Freddie Mercury und die legendäre Rockband Queen

Fox

Selbst wenn man mit dem Bombast-Rock der Band Queen nicht viel anfangen konnte, war ihr ein gewisser Unterhaltungswert doch nie abzusprechen. Und das nicht zuletzt aufgrund ihres extrovertierten und theatralischen Frontmannes und Sängers Freddie Mercury. Wer erinnert sich nicht gern an jenes Video, in dem er sich mit Perücke und Sixties-Hausfrauendress durch den Song „I Want to Break Free“ staubsaugte.

Offenbar war das aber nicht einmal seine Idee, sondern die eines anderen Bandmitglieds, wie uns das Queen/Mercury-Biopic „Bohemian Rhapsody“ erzählt. Chronologisch quält sich der Film durch die Bandgeschichte: von jenem Moment, als Freddie (Rami Malek) sich mit viel gespieltem Selbstvertrauen als neuer Sänger installiert, bis zur Reunion der Band für das Live-Aid-Konzert 1985. ­Zwischendrin entdeckt Freddie, dass er schwul ist, es gibt Plattenaufnahmen, Hits und Konzerte. Und das alles stets im luftleeren Raum, denn für die Zeit der 1970er-Jahre und die Frage, was damals musikalisch sonst so passierte, interessiert sich der einfallslos inszenierte Film von Regisseur Bryan Singer („Die üblichen Verdächtigen“) nicht.

„Bohemian Rhapsody“ ist das Äquivalent zu Rockshows, bei denen Bands mit Namen wie The Australian Pink Floyd Show spezifische Platten oder Shows irgendwelcher Rockdinosaurier notengetreu nachspielen und -mimen, weil die Originale längst zerstritten, alt oder tot sind – das Ergebnis ist eine dubiose ­Fanveranstaltung. Doch der Kreativitätsfaktor liegt bei Null. Freddie Mercury hätte etwas Besseres verdient gehabt.

Bohemian Rhapsody GB/USA 2918, 134 Min., R: Bryan Singer, D: Rami Malek, Lucy Boynton, Joseph Mazzello, Start: 31.10.

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