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„Bombay Beach“ im Kino

RapidEyeMoviesFilmverleihDamals war es en vogue. Doch der Ruhm verblasste bald wieder. Das Licht aber blieb. Und Alma Har’el fängt es in ihrem lyrischen Dokumentarfilm „Bombay Beach“ in all seinen Facetten ein: ein weiches, rosiges Abendlicht, ein blaugrünes Strahlen, gelbliche Reflexe, orange und türkise Schlieren, Pastelltöne mit seltsamer Leuchtkraft. Keine 300 Menschen leben mehr an diesem heruntergekommenen, halbtoten Ort, der sich anschickt, endgültig Geisterstadt zu werden: Unter ihnen finden sich der alte Red, der sein geringes Auskommen mit Zigarettenschmuggel finanziert, Teenager CeeJay, der vor der Gang-Gewalt in Los Angeles hierher geflohen ist, und Benny, der, verhaltensgestört und hyperaktiv, aufgrund der Armut seiner Eltern ausgeschlossen ist von ordentlicher ärztlicher Behandlung oder auch nur sorgfältiger Diagnose. „Bombay Beach“ ist weder Sozialreportage noch voyeuristisches Slumming, sondern ein Fiebertraum aus einem Paralleluniversum, in dem die Welt längst schon untergegangen ist, die schiere Lust am Dasein aber überdauert.

Text: Alexandra Seitz

Foto: Rapid Eye Movies Filmverleih

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Bombay Beach“ im Kino in Berlin

Bombay Beach USA 2011; Regie: Alma Har’el; 76 Minuten; FSK 6; Kinostart: 27. September

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