Kino & Stream

„Bonne nuit papa“ im Kino

Der Kambodschaner Ottara Kem verließ sein Heimat­land im Jahr 1965, um in der DDR zu stu­dieren. Nachdem die Roten Khmer 1975 in Kambodscha die Macht übernahmen und ein Terror­regime errichteten, blieb Kem in Deutschland. Der Ingenieur heiratete, hatte mit seiner Frau drei Töchter und verfiel zusehends in Schweigen. Seinen Kindern erzählte er über seine Herkunft so gut wie nichts, auch ein späterer gemeinsamer Kambodscha-Besuch mit seiner Tochter Marina führte für diese nicht zu neuen Erkenntnissen. Die sehr persönlich gehaltene Dokumentation „Bonne nuit Papa“ stellt nun einen weiteren Versuch der Regisseurin dar, sich dem mittlerweile Verstorbenen anzunähern – und auch den eigenen Wurzeln nachzuspüren. Das gelingt ihr ?im Zugang zu den fremden Verwandten in Kambodscha, doch auch jenseits der persönlichen Ebene rollt der Film ein interessantes Stück Zeitgeschichte auf: für Kambodscha ebenso wie für die DDR und ihre Abwicklung.      

Text: Lars Penning

Foto:
Sterntaucher

Orte und Zeiten: Bonne nuit papa

Bonne nuit papa D 2014; R: Marina Kem; 100 Minuten

Kinostart: Do, 29. Januar 2015?

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