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„The Borderlands“ von Elliot Goldner

The Borderlands

Seit die Macher von „Blair Witch Project“ kurz vor dem Jahrtausendwechsel ihren verhältnismäßig günstig produzierten Film durch geschicktes Marketing und vor allem die Nutzung des damals erst aufkommenden Internets zu einem Klassenschlager und Welterfolg gemacht haben, erfreut sich das sog. „Found Footage“-Filmgenre in Horrorkreisen äußerster Beliebtheit. Irgendwer findet irgendwo von irgendwem gedrehtes Filmmaterial von Menschen, die einem Geheimnis auf der Spur waren.
Das mag beim bereits zitierten „Blair Witch Project“ gut funktioniert haben, auch bei einigen späteren Genre-Produktionen wie „Paranormal Activity“, „REC“ oder „Cloverfield“ ergaben die verwackelten Bilder der Hauptfigur hinter der Kamera durchaus Sinn und vermittelten dem Zuschauer eine Unmittelbarkeit, irgendwie mitten im Geschehen zu sein.
„The Borderlands“ jedoch scheitert genau an diesem Ansatz. Denn hier sind die Bilder weder verwackelt, noch stammen sie von einer Person, die mitten im Geschehen von unheilvollen Ereignissen überrannt wird. Vielmehr werden die Bilder von Überwachungskameras und Headsets geliefert, die eine kleine Forschergruppe installiert, um mysteriöse Geschehnisse während einer Kindstaufe in einer abgelegenen, kleinen Kirche im englischen Hinterland zu untersuchen. Da mögen Überwachungskameras zwar der Story geschuldet durchaus plausibel klingen, doch schaffen sie gleichzeitig eine gewisse Distanz, die dem Genre des „Found Footage“ so gar nicht entspricht und die durch die Schnitte zwischen den einzelnen Headset-Kameras der Protagonisten noch verstärkt wird. Da mag der Ansatz der Geschichte noch so spannend sein, eine Notwendigkeit, das Ganze nicht im herkömmlichen Stil zu erzählen, erschließt sich nicht und so bleibt bei aller Distanz am Ende allein der ein oder andere Toneffekt, der einem die Gänsehaut über den Rücken jagt.

Text: Martin Zeising

Foto: © 2014 Pandastorm Pictures GmbH

tip-Bewertung: Zwiespältig

The Borderlands, Großbritannien 2013, Regie: Elliot Goldner, Darsteller: Gordon Kennedy, Aidan McArdle, Robin Hill, Luke Neal, Patrick Godfrey, 93 Minuten, D/E, optionale deutsche UT; Extras: Trailershow. Erschienen bei Pandastorm/Ascot Elite

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