Tennisdrama

„Borg / McEnroe“ im Kino

Weg mit den Pistolen: Die skandinavische Produktion „Borg / McEnroe“ hat sich stattdessen ein Duell auf dem Tenniscourt vorgenommen: das legendäre Finale von Wimbledon 1980 zwischen Björn Borg und John McEnroe

Hier der schwedische Champion, der mit 24 Jahren bereits vier Mal das wichtigste Tennisturnier der Welt hintereinander gewonnen hat, dort der aufstrebende 21-jährige US-Amerikaner. Es ist auch ein Duell der Außenwirkung: Hier der introvertierte Schwede, dort der hoch emotionale, ständig herumlamentierende Ami. Gentleman gegen Rüpel.
Sport und Kino – das ist nicht immer eine geglückte Liaison, man denke nur an die vielen Flops mit heute vergessenen Fußballfilmen. Wenn man aber die sportliche Auseinandersetzung auf ein Duell zweier Recken konzentriert, kann das prima funktionieren, im Boxring des Rocky Balboa ebenso wie beim Duell Niki Lauda / James Hunt in Ron Howards grandiosem Formel-1-Film „Rush“.
Der dänische Regisseur Janus Metz arbeitet eindrucksvoll heraus, wie vor allem Borg wurde, was er ist. In Rückblenden sehen wir einen talentierten Teenager, der auf dem Platz ­regelmäßig ausrastet und nur durch die Obhut seines Mentors Lennart Bergelin gezügelt werden kann. Das ist neben den packenden Spielszenen die große Stärke des Films: die Einsamkeit des Tennisspielers auf dem Platz zu zeigen und den damit einhergehenden Druck, der (nicht nur) auf Topspielern lastet – in Björn Borg hat es nun mal genauso gebrodelt wie in John McEnroe. „Borg / McEnroe“ war kürzlich Eröffnungsfilm des wichtigen Festivals TIFF in Toronto.

Borg / McEnroe DK/FIN/S 2017, 100 Min., R: Jonas Metz, D: Sverrir Gudnason, Shia LaBoeuf, Stellan Skarsgård, Start: 19.10.

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