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„Borman“ im Kino

Borgman

In Alex van Warmerdams Film kann leicht in Vergessenheit geraten, mit was für Kreaturen man es eigentlich zu tun hat. Denn immer wieder scheint alles so normal, fast harmlos. Dann muss man sich die erste Szene von „Borgman“ in Erinnerung rufen, in der drei Herren aus Erdlöchern kriechen, in denen sie die Nacht verbracht haben.
Morgens steigen sie aus dem Boden, nicht sonderlich frisch, aber immerhin im Anzug. Einem von ihnen, Camiel Borgman (Jan Bijvoet), gelingt es, in das achtbare Heim einer Bilderbuchfamilie zu gelangen. Und dann braucht es nur knapp zwei Kinostunden, um es sukzessive zu zersetzen. Denn Camiel hat in der überspannten, doch liebeshungrigen Dame des Hauses – Marina – eine Stelle ausgemacht, durch die sich leicht schlüpfen lässt. Und Marina verliert nur allzu gern die Kontrolle über ihren Clan.
Präzise inszenierter Niedergang, grotesk und böse.

Text: Carolin Weidner

Foto: 2014 Pandastorm Pictures GmbH

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Borgman“ im Kino in Berlin

Borgman, Niederlande/Belgien/Dänemark 2013; Regie: Alex van Warmerdam; Darsteller: Jan Bijvoet (Camiel Borgman), Hadewych Minis (Marina), Jeroen ?Perceval (Richard); 113 Min.

Kinostart: Do,  02. Oktober 2014

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