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„Boxhagener Platz“ im Kino

Ein ruhiges Viertel muss die Gegend um den Boxhagener Platz zu DDR-Zeiten gewesen sein. So zumindest lässt Regisseur Geschonneck das Fried­richshainer Biotop wiederauf­erstehen, frei nach dem Roman von Torsten Schulz, der auch das Drehbuch schrieb. „Boxhagener Platz“ reist zurück ins Jahr 1968, in eine übersichtliche, fast heile Welt, in der man der bodenständigen Gudrun Ritter als Oma Otti wieder begegnet. Fünf Ehemänner hat sie bereits überlebt, nun liegt der Sechste in den letzten Zügen, und die nächsten Verehrer lauern schon.
Eine Riege altverdienter Ost-Schauspieler beleben diese von leichter Wehmut getragene Komödie, und für das Gesamtberliner Publikum ließen sich Jürgen Vogel als einfältiger Polizist und Meret Becker als seine Frau mit Sehnsucht nach dem Wes­ten, einspannen. In der Ausstattung wird Großes geleistet. Aber sonst? „Boxhagener Platz“ huldigt den kleinen Fluchten, besticht mit sympathischem Ensemble und mufft manchmal nach Ostalgie und Heimatfilm. Am Boxhagener Platz bleibt es piefig.

Text: Cristina Moles Kaupp

Foto: Volker Roloff

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orten und Zeiten: „Boxhagener Platz“ im Kino in Berlin

Boxhagener Platz, Deutschland 2010; Regie: Matti Geschonneck; Darsteller: Gudrun Ritter (Otti), Michael Gwisdek (Karl Wegner), Samuel Schneider (Holger); Farbe, 102 Minuten

Kinostart: 4. März

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