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„Boyhood“ im Kino

Boyhood

Stets aufs Neue gelingt Richard Linklater der Spagat zwischen rein kommerziell ausgerichteten Projekten und der Arbeit an manchmal fast experimentellen Independentfilmen. Auch „Boyhood“ ist wieder ein Experiment: Wie in einer Langzeitdokumentation folgt der Spielfilm dem Aufwachsen seines Hauptprotagonisten Mason (Ellar Coltrane) vom Schulalter bis zum Eintritt ins College. In der Zeit von 2002 bis 2013 hat Linklater sein elliptisches Epos mit real alternden Schauspielern gedreht – was natürlich auch grandios hätte scheitern können: Die Kinder hätten dem Projekt buchstäblich entwachsen können. Doch davon ist der Film weit entfernt. Hier wirkt alles wie aus einem Guss, die Dialoge scheinen wie aus dem Leben gegriffen, und Ellar Coltrane ist eine echte Entdeckung. Weitgehend undramatisch fließt die Erzählung über den Alltag einer Patchworkfamilie dahin, registriert dabei im Hintergrund genau die soziokulturellen Entwicklungen der letzten zehn Jahre und sagt fast alles über die Schwierigkeit, erwachsen zu werden und die große Verantwortung von Eltern.

Text: Lars Penning

Foto: Universal Pictures

tip-Bewertung: Herausragend

Orte und Zeiten: „Boyhood“ im Kino in Berlin

Boyhood, ?USA 2014; Regie: Richard ?Linklater; Darsteller: Patricia Arquette (Olivia), Ellar Coltrane (Mason), Ethan Hawke (Mason, Vater); ?164 Minuten; FSK k. A.

?Kinostart: 5. Juni

Lesen Sie hier: Ein Interview mit Richard Linklater und Ellar Coltrane

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