Thriller

„Breaking In“ im Kino

Breaking In – Einbrechen. Der Titel von James McTeigues Film ist Programm. In diesem zumindest im Ansatz sehr cleveren Home-Invasion-Thriller werden die Rollen umgedreht: Denn nicht wie sonst verbarrikadiert sich eine Person oder eine Familie in ihrem trauten Heim und versucht, das Eindringen finsterer Gesellen zu verhindern – hier ist es eine von Gabrielle Union gespielte Mutter, die unbedingt in ihr Haus einbrechen muss, denn dort haben sich ein paar finstere Gesellen eingenistet.

Foto: Universal Pictures

Nicht allein jedoch, denn die beiden Kinder der Mutter sind Geiseln und damit die Motivation der Mama, die anfangs zwar als Mitglied der mindestens oberen Mittelschicht beschrieben wurde, bald jedoch eine Härte an den Tag legt, die Hollywood sonst eher jenen aus den harten, heruntergekommenen Vierteln der Städte zuschreibt. Eine etwas befremdliche Ideologie, über die man jedoch ebenso wenig nachdenken sollte wie über andere Aspekte der Logik oder des Sinns in einem Film, der lange Zeit bemerkenswert altmodisch und überraschend angenehm simpel bleibt.

Dass das Haus dem Vater der Mutter gehörte, einem reichen, korrupten Mann, spielt keine Rolle, genauso wenig die Frage, wo er das viele Geld her hat, dass die finsteren Gesellen erst angelockt hat. Aber auf die durchaus denkbaren sozialen Subtexte der Geschichte wartet man vergeblich, McTeigue, der als Assistent der Wachowski-Geschwister sein Handwerk lernte und als Regisseur immerhin „V for Vendetta“ und „Ninja Asassin“ realisierte, geht es tatsächlich nur um pure Spannung. Das funktioniert über weite Strecken leidlich gut, vor allem dank der engagierten Gabrielle Union, ein wenig verschenkt wirkt das hübsch reduzierte Genre-Konzept auf Dauer jedoch schon. Michael Meyns

Breaking In USA 2018, 88 Min., R: James McTeigue, D: Gabrielle Union, Billy Burke, Start: 16.8.

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