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„Brothers“ im Kino

Brothers

„Die Bösen sind die mit den Bärten“, tut am Anfang des Films ein Kindermund naseweis kund. Noch viel böser aber sind jene, die über ihrem Bart auch eine Brille tragen. Das macht dieses Remake des dänischen „Dogma“-Films „Brüder“ drastisch deutlich. Allem Intellektuellen abhold, setzt die Regie Jim Sheridans („Im Namen des Vaters“) ganz auf Emotionen.
Und doch kann das Drama über die traumatischen Erlebnisse eines totgeglaubten US-Offiziers (Tobey Maguire), dessen Frau (Natalie Portman) während seines Kampfeinsatzes in Afghanistan ein zärtliches Verhältnis mit seinem Bruder (Jake Gyllenhaal) verbindet, und über die sich daraus ergebende Krise der ganzen Familie nicht wirklich berühren. Jene tiefe Verstörung, die aus der Perspektive eines dänischen UN-Soldaten glaubhaft war, wirkt im sozialen Verbund kriegsgewohnter Berufssoldaten schlicht konstruiert.
Man geht wohl nicht fehl, wenn man davon ausgeht, dass der streitbare Jim Sheridan das Publikum in Amerika zu einer kritischen Haltung gegen den Krieg in Afghanistan bewegen wollte. Der Plausibiliät seines Dramas waren diese Absichten nicht zuträglich.

Text: Jörg Schöning

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „Brothers“ im Kino in Berlin

Brothers, USA 2009; Regie: Jim Sheridan; Darsteller: Jake Gyllenhaal  (Tommy Cahill), Natalie Portman  (Grace Cahill), Tobey Maguire  (Capt. Sam Cahill); 104 Minuten; FSK 12

Kinostart: 27. Januar

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