Kinderbuchverfilmung

„Burg Schreckenstein“ im Kino

Auch 2016 funktioniert das Internat noch als Drohung. Jedenfalls für den elfjährigen Stephan, dem seine getrennt lebenden Eltern dies eröffnen, auf dass er dort seine schulischen Noten verbessern möge.

Burg Schreckenstein Deutschland 2015 Regie: Ralf Huettner

Glücklicherweise erweisen sich Stephans Zimmernachbarn nicht als die befürchteten Streber, sondern gehen das Ganze ähnlich locker an wie der sympathische und ausgesprochen liberale Schulleiter Rex. Und da die Jungs in einer Dauerfehde mit den Mädchen des nahegelegenen Internats Rosenfels leben, steht das Aushecken ausgeklügelter Streiche fortan auf der Tagesordnung.

Wer vor 40 Jahren mit den „Lümmel“-Filmen mit Hansi Kraus sozialisiert wurde, der wird beim Ansehen dieses Films zweifellos ein Déjà-Vu-Erlebnis haben. Zwar sind die Erwachsenen hier nicht so ausgemachte Trottel wie seinerzeit, aber der Schulalltag besteht heute wie damals vor allem daraus, Anderen Streiche zu spielen. Dabei verknüpft der Film das Althergebrachte mit dem höchst Zeitgemäßen: auf der einen Seite der ‚Rittergeheimbund’ der Schüler, bei dem der Neuankömmling natürlich zunächst eine Mutprobe bestehen muss, um in ihn aufgenommen zu werden, auf der anderen Seite eine Attacke auf die Mädchen mittels einer Drohne.

Die Lässigkeit des Schulleiters Rex (Henning Baum) kontrastiert mit der Strenge und Exaltiertheit von Frau Dr. Horn, der Leiterin des Mädcheninternats. Sophie Rois spielt das voll aus, da kann auch Harald Schmidt als Burgbesitzer, der nur an seinen Experimenten mit einem Heißluftballon interessiert ist, nicht mithalten. 27 Bände über die Schüler von Burg Schreckenstein verfasste der Autor Oliver Hassenkamp in fast ebenso vielen Jahren. Der Film weckt nicht unbedingt das Bedürfnis nach mehr davon.

Burg Schreckenstein D 2016, 96 Min., R: Ralf Hüttner, D: Henning Baum, Alexander Beyer, Jana Pallaske, Start: 20.10.

Bewertungspunkte3

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