Drama

„Caracas, eine Liebe“ im Kino

Distanziertes Festivalkino aus Südamerika

Foto: Alexandra Bas/ Weltkino Filmverleih

Armando, ein älterer Junggeselle in der venezolanischen Hauptstadt Caracas, setzt sich manchmal im Bus neben einen jungen Mann, zeigt gut sichtbar Geld, und unter Umständen geht der junge Mann dann mit ihm nach Hause. Beim Sex bleibt Armando auf Distanz. Das ändert sich, als er den 17 Jahre alten Elder trifft. Die beiden so unterschiedlichen Lebenswelten verknüpft Lorenzo Vigas in „Caracas, eine Liebe“ zu einem typischen Beispiel des neueren Festivalkinos (das mit dem „Goldenen Löwen“ in Venedig gewürdigt wurde): Der äußerlich nahezu regungslose Armando (Afredo Castro) und der auf der Straße erzogene Elder (Luis Silva) bewegen sich allmählich aufeinander zu, der Film kommt auf diese Weise an viele Orte, von den glitzernden Hochhäusern der Elite bis zu den Vierteln, in denen die armen Leute leben. Vigas erzählt diese Geschichte auf eine distanzierte Weise, als ein Puzzle, das am Ende kein vollständiges Bild ergeben muss. „Caracas, eine Liebe“ kann auf bewährte Größen des lateinamerikanischen Kinos bauen: Guillermo Arriaga („Amores Perros“) hat am Drehbuch mitgearbeitet. Das Ergebnis ist ein Film, dessen Rezeptur ein bisschen zu deutlich sichtbar ist, um vollständig zu überzeugen.

Desde Allá (OT) Venezuela/MEX 2015, 93 Min., R: Lorenzo Vigas, D: Afredo Castro, Luis Silva, Jericó Montilla, Start: 30.6.

Bewertungspunkte3

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