Dokumentarfilm

„Censored Voices“ im Kino

Israels Entwicklung zeigt „Censored Voices“

Foto: Real Fiction

Der Sechstagekrieg im Juni 1967 zwischen Israel auf der einen Seite und Ägypten, Syrien und Jordanien auf der anderen ist bis heute ein Schlüssel­moment in der Geschichte des 20. Jahrhunderts. Der 1948 gegründete Staat Israel setzte mit dem umfassenden Sieg ein Zeichen, dass er sich gegen die feindlichen arabischen Nachbarn behaupten würde. Allerdings brachten die territorialen Gewinne (Westjordanland, Gaza, Golan, Ost-Jerusalem) auch neue Konflikte mit sich: Denn Israel war nun eine Besatzungsmacht und musste herausfinden, wie es mit den Besiegten umgehen sollte.
Der Dokumentarfilm „Censored Voices“ beruht auf Tonbandaufnahmen, die 1967 in den Wochen nach dem Krieg in Kibbuzen gemacht wurden. Einige ­derer, die damals sprachen, sind heute berühmt, vor allem der Schriftsteller Amos Oz.
Mor Loushy baut mit seinem beeindruckenden ­Dokumentarfilm eine Brücke aus der schwierigen Gegenwart zurück zu diesem Moment, an dem so vieles anfing, nicht zuletzt die Bewegung der Siedler, die das vergrößerte Israel als Wiederherstellung des biblischen „gelobten Landes“ begriffen. „Der Zionismus ist eine Tragödie“, heißt es einmal, das ist die radikalste politische Folgerung aus dem „Gefühl der Beklommenheit“, das sich unter vielen Siegern schon damals verbreitete. In der Kombination der Tonaufnahmen mit Archivbildern entsteht ein bedeutender Film über einen der wichtigsten Krisenherde der Welt.

Censored Voices ISR/D 2015, 84 Min., R: Mor Loushy, Start: 21.7.

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