Drama

„Certain Women“ im Kino

US-Regisseurin Kelly Reichardt nimmt immer wieder erzählerische Texte als Ausgangspunkt für ihre Filme

Foto: Peripher Filmverleih

Im Falle von „Certain Women“ stammen sie von Maile Meloy aus Montana. Die „paar Frauen“, deren Wege sich hier lose kreuzen, haben nicht viel mehr gemeinsam, als dass sie eben in diesem ländlichen Amerika daheim sind, das auch durch das Kino mit männlichen Stereotypen assoziiert wird: Cowboy­hüte, Holzfällerhemden.
Eine Anwältin (Laura Dern) hat es mit einem aufsässigen Klienten zu tun, eine andere Frau ­(Michelle Williams) will mit ihrem Mann ein Präriehaus bauen, wofür sie sich eine bestimmte Sorte Steine in den Kopf gesetzt hat; die stärkste der drei Geschichten ist wohl die von Jamie (Lily Gladstone), die als Pferdehüterin arbeitet und sich eines Tages spontan in eine Klasse setzt, in der Beth (Kristen Stewart) unterrichtet. Die unmögliche Liebesgeschichte zwischen den beiden verleiht dem Film ­einen starken Kern. Einmal mehr geht Reichardt von Motiven der US-Mythologie aus und besieht sie aus einer weiblichen Perspektive neu. Sie versucht, klassisch und modern zugleich zu erzählen, und findet so zu einem immer wieder originären Blick auf ihr Land.

Certain Women USA 2016, 107 Min., R: Kelly Reichardt, D: Laura Dern, Michelle Williams, Kristen Steward, Start: 2.3.

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