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Weihnachtsfilm

„Charles Dickens: Der Mann, der Weihnachten erfand“ im Kino

Die Geister, die er rief, wird er nicht mehr los. Wie der Zauberlehrling muss der junge Charles Dickens mit ansehen, wie sich seine Geschöpfe verselbstständigen

Garlands Films/ DAC/ Kerry Brown

Eigentlich sollte „A Christmas Carol“ nur eine rasche Geldquelle sein, um nach zwei enttäuschenden Flops an den frühen Erfolg von „Oliver Twist“ anzuknüpfen. Doch seine Verleger versprechen sich nichts von einer Weihnachtsgeschichte, und der Entschluss des Autors, das Büchlein in eigener Regie herauszubringen, entpuppt sich als tollkühnes Wagnis.

Denn Dickens hat Schulden und eine große Familie (sowie die eigene Prunksucht) zu bedienen, und der Erscheinungstermin vor Weihnachten ist kaum zu halten. Obendrein suchen ihn die selbst erschaffenen Figuren heim, von Ebenezer Scrooge bis zu Tiny Tim, und sträuben sich gegen das tragische Ende, das Dickens eigentlich vorschwebt. Zu allem Überfluss plagen den jungen Autor während des Schreibens Erinnerungen an die eigene Jugend in Armut und die schwierige Beziehung zu seinem kindsköpfigen Vater. Dass dieser plötzlich vor der Tür steht, macht das weihnachtliche Tohuwabohu perfekt …

In seiner farbenfrohen und opulenten Hommage an Dickens’ „Eine Weihnachtsgeschichte“ erzählt Regisseur Bharat Nalluri zwei parallele Storys: den eigentlichen Inhalt sowie die problematische Entstehung der (nach der Bibel) vermutlich bekanntesten  Weihnachtsgeschichte. Das macht anfangs Spaß und präsentiert allerlei interessante Konflikte und kauzige Figuren, wirkt aber mit zunehmender Dauer etwas überfrachtet und allzu kitschig. Ein hübscher, aber am Ende überspannter Bogen. Weihnachten eben. Mani Beckmann

Charles Dickens: Der Mann, der Weihnachten erfand IRL/CAN 2017, 104 Min., R: Bharat Nalluri, D: Dan Stevens, Christopher Plummer, Jonathan Pryce, Start: 22.11.

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