Sportdoku

„Chasing Niagara“ im Kino

Was treibt Extremsportler dazu, ihr Leben zu riskieren, wenn sie gewaltige Wellenberge oder verschneite Steilhänge hinabbrettern?

Marcos Ferro/ Photography

Oder wenn sie fast 60 Meter hohe Wasserfälle mit einem Kajak hinabstürzen, so wie der mexikanische Ausnahme-Athlet Rafa Ortiz? Da ist der Ehrgeiz, die Grenzen des Menschenmöglichen auszuloten, Rekorde aufzustellen sowie die Sucht nach dem ungeheuren Adrenalinrausch. Da ist aber auch die gegenseitige Anerkennung und das Kameradschaftsgefühl in den Teams, denn allein kann man solche Höchstleistungen in unberührter Natur nicht bringen. „Ich will nur Spaß haben“, erklärt einer der Extrem-Kajaker lapidar in dieser fesselnden Doku, mit halsbrecherischen Wildwasser-Abfahrten und atemberaubend schönen Landschaftsaufnahmen von türkisfarbenen Flussläufen im Urwald.

Aufgenommen wurden die Bilder mit mehreren Kameras zu Lande und per Helikopter aus der Luft, die Helmkameras der Sportler bieten sensationelle, unmittelbare Eindrücke, wie es ist, wenn man über die Wasserfallkante kippt und inmitten tosender Fluten in die Tiefe rauscht.

Rafa Ortiz began mit 14 zu paddeln, bewies großes Talent, und brauste 2010 als erster Kajak-Sportler der Welt die 42 Meter hohen Big Banana Falls im mexikanischen Bundesstaat Veracruz hinab. Da hatte er sich schon in den Kopf gesetzt, im Boot die Niagarafälle zu bezwingen. Vor ihm hatte das nur der 28-jährige US-Amerikaner Jessie Sharp gewagt. Er schaffte es am 5.6.1990 über die Kante – und verschwand spurlos. Später wurde er für tot erklärt.

Chasing Niagara USA/A/MEX 2016, 76 Min., R: Rush Sturges, Start: 25.8.

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