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„Chi l\ha visto – Wo bist du?“ im Kino

Wo_bist_DuEin junger Mann bricht spontan auf, um eine Reise anzutreten: Er will seinen italienischen Vater finden, der seine deutsche Frau und den kleinen Sohn früh verließ. Mit kaum mehr als einem alten Foto des Verschollenen macht sich der Suchende erwartungsfroh auf den Weg und findet sogar bald einen feinfühligen Mitfahrer und Gefährten. Ihren beiden feinnervigen Selbstsuchern schreibt Claudia Rorarius in ihrem Debütfilm kein festes Skript vor, lässt stattdessen Eigenheiten von authentischen Orten und ihrem spröden Personal wirken, wie etwa dem Barbier, der Trompete spielen kann, oder dem Mitarbeiter einer Gokart-Bahn, der die Telefonnummer einer TV-Show heraussucht, in der sich getrennte Familien finden können. Die Schauspieler danken die Freiheiten mit schöner Natürlichkeit. Grandios etwa Hauptdarsteller Gianni Meurers so witzige wie melancholische Szene, in der er vor dem Spiegel eines Hotelzimmers die Begegnung von Vater, Sohn und Moderatorin in der titelgebenden TV-Show mimt: Allein das ist großes Kino.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Soquiet Filmproduktion

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Chi l’ha visto – Wo bist du?“ im Kino in Berlin

Chi l’ha visto – Wo bist du Deutschland/Schweiz 2009; Regie: Claudia Rorarius; Darsteller: Gianni Meurer (Gianni), Paul Kominek (Paul); 92 Minuten; FSK 0

Kinostart: 18. August

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