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„China Girl“ von Abel Ferrara

China GirlKein Sonnenstrahl dringt ins Dickicht der Straßen, Neonlicht spiegelt sich auf dem nassen Pflaster, wo junge Wilde mit Stahlketten, Messern und Feuerwaffen kämpfen. Als sich zwei Teenager verschiedener Ethnien, ein Italiener und eine Chinesin, ineinander verlieben, ist die Tragödie vorprogrammiert.
In dieser exotisch anmutenden, in sich geschlossenen Welt voller Rituale wirken Polizisten wie Vertreter einer weit entfernten Zivilisation. Hier herrschen die Häuptlinge der einzelnen Stämme, in diesem Falle die Anführer der Mafia und der Triaden. In Umkehrung des klassischen negativen Bildes vom Gangster als Outlaw stellt Abel Ferrara die Regierungschefs von Mafia und Triaden als bürgerliche Ordnungshüter dar, die Probleme in ihrem Regierungsbezirk lieber mit Politik und nur im Notfall mit Gewalt lösen, indem sie unverbesserliche Unruhestifter hinrichten und am Ampelmast baumeln lassen. Unglücklicherweise entgleitet den Gangsterbossen in diesem Fall die Kontrolle.

Text: Ralph Umard

tip-Bewertung: Sehenswert

China Girl, USA 1987; Regie: Abel Ferrara; Darsteller: James Russo (Alberto Monte), Richard Panebianco (Tony Monte), Sari Chang (Tyan-hwa). Länge: 90 Minuten. Erschienen bei Epix Media

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