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„Christmas Tree Upside Down“ im Kino

Christmas_Tree_Upside_DownBeispiele des zeitgenössischen bulgarischen Kinos sind in Berlin selten zu sehen. „Christmas Tree Upside Down“, der Film des Regisseurduos Ivan Cherkelov und Vasil Zhivkov, durchquert in sechs locker miteinander verknüpften Episoden das postkommunistische Land. Verbunden durch die Schilderung des Transports eines riesigen Weihnachtsbaums in die Hauptstadt Sofia, ist der unaufdringliche Film wie eine Kurzgeschichtensammlung aufgebaut. Seine Stärken liegen dabei weder im Plot noch in aufregend vorgetragenen Thesen, sondern auf den Mikroebenen von sorgfältiger Inszenierung, Kameraarbeit und Montage. Die beobachtungsintensiven Geschichten handeln von zurückkehrenden, aufbrechenden, verzweifelten und glücksuchenden Figuren, die allesamt mit Erfahrungen existenzieller Einsamkeit konfrontiert werden. Nach und nach fügen sich die Episoden um einsame Arbeiter, junge Schwangere oder die letzten Stunden des Philosophen Sokrates zu einer Bestandsaufnahme des inneren Zustands des Landes und seiner Bewohner.

Text: Michael Baute

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Christmas Tree Upside Down“ im Kino in Berlin

Christmas Tree Upside Down Bulgarien/Deutschland 2006; Regie: Ivan Tscherkelov, Vasil Zhikov; Darsteller: Alexandra Vassileva (Alla), Stoyan Stoyanov (Vasil), Anton Radichev (Onkel Peter); 127 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 19. Mai

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