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„Cinderella“ von Keneth Branagh im Wettbewerb außer Konkurrenz

Cinderella

Amerikanische Großproduktionen machen, auch wenn sie überwiegend außer Konkurrenz laufen, im Wettbewerb der Berlinale aus mindestens einem Grund Sinn: Sie versorgen das Festival mit Stars auf dem roten Teppich. Das ist völlig legitim, denn ohne internationale Stars wäre das Geschrei groß. Im Gegenzug bekommen die Filmverleiher erhebliche Werbung für den meist umgehend erfolgenden Kinostart. Die Frage, die man sich aus gegebenem Anlass jedoch dringend einmal stellen muss, lautet, ob man für dieses Arrangement selbst auf ein Mindestmaß an Qualitätskriterien gänzlich verzichten will.
Denn anders lässt sich die Anwesenheit von Kenneth Branaghs distanzloser Märchenverfilmung „Cinderella“ beim Festival wohl kaum erklären. Was mag das Auswahlkriterium hier wohl gewesen sein: Ein weiterer Film im Reigen der harten Frauenschicksale? Nun ja, einen derart witzlosen Prinzessinenzauber sah man selten: 105 zugegeigte Minuten voller Disney-Zuckerbäckerschlösser, blonder Locken, dümmlich-breitem Grinsen der Mitwirkenden und der tollen Klotür-Philosophie, dass man das Leben am besten mit viel Mut und Freundlichkeit bewältigt. So erträgt das unentwegt strahlende Aschenputtel (Lily Banks) dann auch gern mal fünf Minuten ihres pittoresken CGI-Elends und die läppischen Bosheiten der Stiefmutter (Cate Blanchett) –  denn am Ende winkt ja der Prinz. Auf welches Publikum mag dieser Film abzielen? Vierjährige Mädchen mit Fimmel für rosa Kleidchen und Glitzerkrönchen? Bislang werden sie in die Wettbewerbsvorstellungen noch nicht hineingelassen.

Text: Lars Penning

Foto: ©Disney Enterprises, Inc. All Rights Reserved.

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