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„Cinema Komunisto“ im Kino Krokodil

Cinema Komunisto

In den Jahren des Kalten Kriegs stand das kommunistische, aber „blockfreie“ Jugoslawien in durchaus gutem Ansehen in der Welt. Das lag nicht zuletzt an dem staatsführenden Marschall Tito, der als ehemaliger Partisan und leutseliger Typ zugänglicher war als die finsteren Kreml-Bären. Dass Tito, der 32 Jahre lang einen eigenen Filmvorführer bezahlte, auch ein großer Liebhaber des Kinos war, und dass es in Jugoslawien eine Filmindustrie von nicht geringer Produktivität gab, konnte man bisher am ehesten aus den Karl-May-Filmen rückschließen, die vielfach in Jugoslawien gedreht und koproduziert wurden. Der serbische Dokumentarfilm „Cinema Komunisto“ gibt nun erstmals einen umfassenden Überblick über das jugoslawische Filmschaffen. Mit zahlreichen Ausschnitten und Interviews mit Stars und Profis von damals erinnert Mila Turajilic an dieses Kapitel der globalen Filmgeschichte; und auch hier lassen sich die großen kulturellen Strömungen des 20. Jahrhunderts sehr gut aus­machen: Modernisierung und Popu­larisierung – und die Indienstnahme von ­Filmen für die nationale Sache.

Cinema Komunisto, Serbien 2010; Regie: Mila Turajilic; 100 Minuten, Mi 8.2., 20.45 Uhr, Kino Krokodil (in Zusammen­arbeit mit Kino Satellite)

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