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„Cirkus Columbia“ im Kino

Cirkus Columbia

Mit „No Man’s Land“, einem absurd-satirischen Kommentar zum Bosnienkrieg, ist Regisseur Danis Tanovic vor zehn Jahren ein eindrucksvolles Debüt gelungen. Mit „Cirkus Columbia“ kehrt Tanovic jetzt zum Thema zurück, der Film schildert den Ausbruch des Kriegs. Unfrieden herrscht hier ab Start, in einer Kleinstadt irgendwo in Bosnien-Herzegowina rumort es 1991 schon gewaltig. Die kommunistische Führung ist abgetreten, Korruption und Ressentiments machen sich breit. Für einige ist das ein Vorteil: Divko Buntic (Miki Manojlovic) kehrt, 20 Jahre nachdem er vor den Kommunisten in den Westen geflohen ist, zurück, mit dickem Auto, Taschen voller D-Mark und junger Freundin. Als erstes lässt er seine Ex-Frau und ihren Sohn aus dem Haus werfen. Diese schwierigen Verhältnisse stehen im Mittelpunkt von „Cirkus Columbia“. Divko will als einflussreicher Geschäftsmann alte Rechnungen begleichen, die Frage ist nur, wie weit er dabei geht. Tanovic zeigt und streift viel, doch seinem Film fehlt es an Position und an Wucht. Fast sentimental blickt „Cirkus Columbia“ auf die schwierige Zeit, nur in Momenten ahnt man das düstere Potenzial der Geschichte.

Text: Thomas Klein

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „Cirkus Columbia“ im Kino in Berlin

Cirkus Columbia, Bosnien und Herzegowina/Frankreich/Deutschland/Großbritannien/Slowenien/Belgien 2010; Regie: Danis Tanovic; Darsteller: Miki Manojlovic (Divko Buntic), Mira Furlan (Lucija), Boris Ler (Martin Buntic); 113 Minuten; FSK 6

Kinostart: 20. Oktober

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