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„Codename U.N.C.L.E.“ im Kino

Codename U.N.C.L.E.

Eine Atombombe, mit der Nazis die Welt bedrohen, veranlasst im Jahr 1963 Agenten aus verschiedenen Ländern, zum Wohle der Menschheit zusammenzuarbeiten. Ernst nehmen kann man die Amateur-Nazis jedoch nicht, sodass die Bombe hier allenfalls das ist, was Alfred Hitchcock einst einen „MacGuffin“ nannte: ein im Grunde unwichtiger Aufhänger, um etwas ganz anderes zu erzählen. Das Problem dieses auf Ideen einer populären Fernsehserie der 1960er-Jahre beruhenden parodistischen Agenten-Thrillers liegt allerdings darin, dass die permanenten Gegensätze zwischen US-Spion Napoleon Solo (Henry Cavill) und seinem russischen Pendant Illya Kuryakin (Armie Hammer), die stattdessen den Kern des Films ausmachen, bestenfalls bemüht witzig zu nennen sind. Während Hammer seine Figur immerhin trotzdem mit Leben erfüllt, entwickelt Cavill das Charisma eines ausgelutschten Secondhand-James-Bonds der 70er-Jahre – was in diesem stillosen und redseligen Film über die Sixties nur umso befremdlicher wirkt.

Text: Lars Penning

Foto: Daniel Smith / 2013 Warner Bros. Entertainment Inc.

Orte und Zeiten: „Codename U.N.C.L.E.“ im Kino in Berlin

Codename U.N.C.L.E. (The Man from U.N.C.L.E.), USA 2015; Regie: Guy Ritchie; Darsteller: Henry Cavill (Napoleon Solo), Armie Hammer (Illya Kuryakin), Alicia Vikander (Gaby Teller); 116 Minuten

Kinostart: Do, 13. August 2015

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