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„The Cold Light Of Day“ im Kino

The Cold Light Of Day

Familie Shaw – Vater, Mutter, die beiden erwachsenen Söhne Will und Josh sowie dessen Freundin – will einen Segeltörn vor Spaniens Küste unternehmen. Doch kaum ist die Sippe losgesegelt, läuft der Kahn auch schon auf Grund respektive die ganze Unternehmung schief. Mutter, Josh und Freundin werden entführt, Will und Vater entkommen. Dad schafft es gerade noch, den Sohnemann von seiner Doppelexistenz zu unterrichten (irgendwas mit CIA), da segnet er auch schon das Zeitliche. Von nun an muss Will alleine damit klarkommen, dass die Spanier ihn auch dann nicht verstehen, wenn er richtig laut herumbrüllt. Und Will brüllt ziemlich viel herum, weil Henry Cavill, der ihn spielt, offenbar der Meinung ist, hysterisches Geschrei und hektisches Gehampel seien die gebotenen schauspielerischen Mittel, wenn man einen Biedermann zu geben hat, der unter die Brandstifter geraten ist. Atemlos jagen er, die Handlung sowie ein unterwegs aufgegabeltes Mädchen in der Folge durchs schöne Barcelona, was immerhin Gelegenheit zu einer Sight­seeingtour via Autoverfolgungsjagd gibt.
Vor vier Jahren legte Mabrouk El Mechri mit „JCVD“ ein selbstreferentielles Action-Drama vor, in dem Jean-Claude Van Damme einen abgehalfterten Actionstar namens Jean-Claude Van Damme spielte und bei dieser Gelegenheit schonungslos und Respekt gebietend mit sich selbst abrechnete. Von der klugen Ironie und reflektierten Empathie dieses Films könnte „The Cold Light of Day“ mit seinen zynischen Klischees und seiner formalen Ödnis nicht weiter entfernt sein. Im kalten Licht des Tages betrachtet, also nüchtern gesehen, versucht er lediglich mit der Hilfe von Lautstärke und Geschwindigkeit von seiner Dummheit und Sinnlosigkeit abzulenken. Vergeblich.
An die reizvollen Möglichkeiten des Spiels mit Metaebenen erinnert allenfalls von Ferne Sigourney Weaver, die als Edelcharge und Zitat ihrer selbst einem Panzer gleich durch den Drehbuchsalat brettert. Den Kontostand fest im Blick und die Waffe stur auf Will gerichtet, marschiert sie unbeirrt: die eisige Lady, die nicht aufhören will, den Buben im Sandkasten den Spaß zu verderben.

Text: Alexandra Seitz

Foto: 2012 Concorde Filmverleih

tip-Bewertung: Uninteressant

Orte und Zeiten: „The Cold Light Of Day“ im Kino in Berlin

The Cold Light of Day, USA 2012; Regie: Mabrouk El Mechri; Darsteller: Henry Cavill (Will), Sigourney Weaver (Carrack), Bruce Willis (Martin); 94 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 3. Mai

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