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„Conan, der Barbar“ im Kino

Conan

Wahrscheinlich wäre es sehr einfach gewesen, Marcus Nispels „Conan“ zu retten. Anstatt den Film eher schlecht als recht in 3D umzuwandeln, hätte man nach Drehschluss einfach Gelächter vom Tonband unter die Filmszenen legen sollen. Denn was Nispel, deutscher Werbe- und Musikvideo-Filmer mit enttäuschender Hollywood-Filmografie, hier aus Robert E. Howards Romanfigur macht, ist in jeder Hinsicht lachhaft.
Für seine barbarische Farce bedient sich Nispel umfassend in der jüngeren Filmgeschichte, bei „300“, „Indiana Jones“ und „Herr der Ringe“. Doch daraus und aus wenigen Spurenelementen von Howards Vorlage wird hier keine verständliche und fesselnde Geschichte, sondern nur ein konfuses Barbarenfilm-Imitat. Als Conan müht sich Darsteller Jason Momoa, in der US-Serie „Game of Thrones“ gefeiert, mit seinen schlechten Texten, sein Kampf gegen einen sinisteren Kriegsherrn (Stephen Lang) und dessen Schergen bleibt formelhaft und seltsam leidenschaftslos.
Dass Nispel seinen handwerklich stümperhaften Film mit allerlei sadistischen und frauenfeindlichen Details auflädt, sorgt immerhin für eine echte Pointe: Dem unappetitlichen Möchtegern-Spektakel hat die Deutsche Film- und Medienbewertung das Prädikat „wertvoll“ verliehen.

Text: Thomas Klein

Foto: Guy Roland (Warner Bros.)

tip-Bewertung: Ärgerlich

Orte und Zeiten: „Conan“ im Kino in Berlin

Conan, der Barbar (Conan the Barbarian), USA 2011; Regie: Marcus Nispel; Darsteller: Jason Momoa (Conan), Rachel Nichols (Tamara), Stephen Lang  (Khalar Zym); 112 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 8. September

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