Dokumentarfilm 

„Cunningham“ im Kino

Nachgetanzt: Doku über den Choreographen Merce Cunningham

Mko Malkshasyan / Camino

Warum noch eine Dokumentation über Merce Cunningham? Diese Frage muss sich auch die Regisseurin Alla Kovgan stellen lassen, die mit „Cunningham“ ihren ersten abendfüllenden Dokumentarfilm vorstellt. Ihr Thema ist einer der berühmtesten Tänzer und Choreografen des 20. Jahrhunderts, der sowohl in Filmen über ihn selbst, als auch in Doppel-Porträts mit seinem langjährigen Arbeits- und Lebenspartner John Cage schon oft gerühmt und gewürdigt wurde. Inhaltlich hat Kovgan dann auch wenig Originelles zu sagen, arbeitet sich stattdessen sehr penibel an den Stationen von Cunninghams Leben und Karriere ab.
Der Aspekt, der Kovgans Dokumentation doch sehenswert macht, ist der Einsatz der 3D-Technik. Ähnlich wie einst Wim Wenders in „Pina“, hat Kovgan viele Choreographien Cunninghams nachtanzen lassen, an mehr oder weniger ungewöhnlichen Orten, auf Dächern von New York etwa. Eindrucksvolle Bilder gelingen Kovgan hier, wunderbare Aufnahmen der auch Jahrzehnte später immer noch spektakulären Choreographien. Doch auch in der Beschreibung von Cunninghams Leben nutzt Kovgan 3D immer wieder zu interessanten Montagen, stellt die reichhaltigen Archivaufnahmen quasi in den Raum, überlappend und sich kommentierend.

Cunningham D/USA/F 2019, 87 Min., R: Alla Kovgan, Start: 19.12.

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