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Daniel Craig in „Unbeugsam – Defiance“ im Kino

Unbeugsam - DefianceEdward Zwick versteht sich nicht erst seit „Blood Diamond“ als Spezialist für politische Actiondramen. Auch sein neuer Film „Defiance“ vereinnahmt einen symbolmächtigen Stoff mit gewaltverliebten Genreelementen und dem Bond-Image von Daniel Craig. Zwick greift die heroische Geschichte der Bielski-Brüder auf, die als jüdische Partisanen im Zweiten Weltkrieg gegen die deutsche Besatzung kämpften und sogar das Unmögliche schafften: Sie retteten über Tausend Ghetto-Flüchtlingen in Weißrussland durch den Aufbau einer verborgenen Waldsiedlung das Leben.
Wie der Aufbau einer solchen Notgemeinschaft gelingen konnte, wird in „Defiance“ trotz der naturalistischen Ausstattung nur in Teilen deutlich. Hollywood-Klischees, etwa über die Streitlust der jüdischen Intelligenzija oder die Liebesbedürfnisse der jungen Witwen ziehen die biblische Wucht der Geschichte ins Konventionelle. Anders die Konfrontation der Akteure mit dem Antisemitismus übergeordneter sowjetischer Partisanen: Da trifft Zwick den Ton einer bitteren Farce. Kernkonflikt ist der Zwist der drei Bielskis, dem nobel beherrschten Anführer Tuvia (Daniel Craig), seinem aufbrausend militanten Bruder Zus (Liev Schreiber) und dem jüngeren Asael (Jamie Bell).
Es geht um die Frage von Defensive oder Offensive, um größtmögliche Sicherheit für die Schutzbefohlenen oder aber Rambo-Attacken auf die Deutschen und ihre einheimischen Kollaborateure. Die Widersprüche – lesbar auch als Gleichnis auf die aktuelle bellizistische Haltung Israels gegenüber seinen Feinden – verlieren sich in „Defiance“ im Ballermann-Spektakel.

Text: Claudia Lenssen

tip-Bewertung: Zwiespältig

Unbeugsam – Defiance (Defiance), USA 2008; Regie: Edward Zwick; Darsteller: Daniel Craig (Tuvia Bielski), Jamie Bell (Asael Bielski),
Liev Schreiber (Zus Bielski); Farbe, 137 Minuten

Kinostart: 23. April 2009

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