Kommentar

„Danke Anke“ von Bert Rebhandl

Schweigen war bisher die einzige Reaktion von Anke Engelke, seit letzte Woche durchsickerte, dass ihr Vertrag als Moderatorin der Berlinale-Galas nach 2019 nicht verlängert wird

Bert Rebhandl

Sie war all die Jahre die Favoritin von Dieter Kosslick gewesen, mit dem sie sich immer wieder charmant ungeprobt wirkende Pointensuchspielchen gegönnt hat. 2020 wird die Berlinale einen neuen Direktor (vielleicht sogar einen weiblichen!) bekommen. Damit stellt sich auch die Frage, was mit Anke Engelkes Job wird.
Der tip beteiligt sich an den Personalspekulationen natürlich nicht, sondern interessiert sich für die Sache. Was muss eine Chefmoderatorin der Berlinale können, was sind die heutigen Anforderungen? Oder kann es unter Umständen sogar ein Mann werden? Ist es doch ein offenes Geheimnis, dass Harald Schmidt gänzlich unterfordert das Ende seiner kreativen Pause ersehnt. Gegen Schmidt spricht allerdings seine mangelnde internationale Vernetzung (auch wenn er angeblich die E-Mailadresse von Jay Leno hat), und der Jüngste ist auch er nicht mehr. Der/die Mode­rator/in der Berlinale-Gala muss vom Kino so viel verstehen, dass er/sie sich souverän darüber lustig machen kann. Damit scheiden schon einmal fast alle deutschen Humoristen aus, selbst Didi Hallervorden und Til Schweiger, und auch Jan Böhmermann, den man sich allerdings gut bei einer Clip-Berlinale vorstellen könnte. Vielleicht sollte man doch vorsichtshalber Anke Engelke bitten, sich für Februar 2020 erst mal nichts vorzunehmen.

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