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„Das Blaue vom Himmel“ im Kino

Das Blaue vom Himmel

Zugegeben, in ästhetischer wie dramaturgischer Hinsicht war Hans Steinbichler schon mal mutiger. Aber so ist das eben, wenn man sich mit gleich vier Fernsehsendern als Produktionsbeteiligte einlässt, darunter ARD Degeto, berühmt-berüchtigter Garant opulent gestalteten Hauptabend-Blendwerks. Der Sterilität eines aus der Halbnahen aufgenommenen Historienschinkens stemmt sich Steinbichler nun aber mit seiner ganzen Begeisterung für zügellose menschliche Leidenschaften entgegen.
So bleibt in „Das Blaue vom Himmel“ kein Auge trocken, wenn Sofia, ihrer geistig umnachteten Mutter Marga von Wuppertal bis ins lettische Riga folgend, nichtsahnend auf eines jener Familiengeheimnisse stößt, deren Aufdeckung ganze Lebensläufe umschreibt. Von 1991 zurück in die 1940er geht die Reise; geschickt verwebt Steinbichler unterwegs die Gegenwarts- mit der Vergangenheitsebene und entwickelt vor dem Hintergrund zweier historischer Umstürze auf dem Baltikum eine Geschichte von Verrat, Eifersucht und Rache. Von Schuld und Sühne. Von der großen Liebe eben.

Text: Alexandra Seitz

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Das Blaue vom Himmel“ im Kino in Berlin

Das Blaue vom Himmel, Deutschland 2011; Regie: Hans Steinbichler; Darsteller: Juliane Köhler (Sofia Schleier), Hannelore Elsner (Marga Baumanis), Karoline Herfurth (Marga Baumanis, jung); 104 Minuten; FSK 12

Kinostart: 2. Juni

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