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Das deutsche Kinojahr in Zahlen

Waltz With Bashir128.000 Einzelbilder reiht „Waltz With Ba­shir“ zur durchgezeichneten Doku-Fiktion aneinander. Der gefeierte Animationsfilm des israelischen Regisseurs Ari Folman war einer von 157 in Deutschland produzierten oder koproduzierten Filmen, die 2008 in den Berliner Kinos starteten. Hinter dem Erfolgsprojekt steht die Berliner Firma Razor Film. Seine Weltpremiere feierte der Film bei den Filmfestspielen von Cannes.


Drei
fabelhafte Hauptdarsteller (Benno Führmann, Nina Hoss, Hilmi Sözer) und die Regie von Christian Petzold katapultierten „Jerichow“ im September in den Wettbewerb von Venedig. Die tödliche Dreiecksgeschichte aus der Prignitz startet am 8. Januar im Kino.


16
Jahre alt ist Deutschlands jüngste Regisseurin Helene Hegemann: Ihr Erstling „Torpedo“, entdeckt auf dem Festival von Hof, erzählt von Familienwahnsinn und selbstzerstörerischen Theaterproben aus dem Blickwinkel einer halbwüchsigen Schülerin. Ein kraftvoll inszeniertes, selbstironisches Debüt. Hegemann konnte die kreative Bühnenwelt aus der Nähe studieren: Ihr Vater war jahrelang Dramaturg an der Volksbühne.


1 1/2 Ritter1 1/2 Ritter“ heißt das jüngste Werk von Til Schweiger. Deutschlands Boxoffice-König ist versiert im Einwerben von Förderungen. Für seinen Ritter-Film kassierte er insgesamt 4,022 Millionen Euro an öffentlichen Geldern. Alle wollten geben: der Deutsche Filmförderfonds (EUR 1.072.000), die Filmförderungsanstalt (EUR 950.000), der FilmFernsehFonds Bayern (EUR 950.000), das Medienboard Berlin-Brandenburg (EUR 750.000), die Mitteldeutsche Medienförderung (EUR 300.000). Für richtige Schauspieler war dann trotzdem kein Geld da:?Thomas Gottschalk, Roberto Blanco, Helmut Markwort und der senile Johannes Heesters („Hitler war ein guter Kerl“) mussten aushelfen.

 

Operation:Walküre60.000.000 Euro schüttete der DeutscheFilmFörderfonds 2008 wieder an Filmproduktionen aus. Von der Extrasubvention profitierten internationale Großproduktionen wie Tom Tykwers „The International“, Tom Cruise’ Stauffenberg-Film „Walküre“ oder Quentin Tarantinos „Inglorious Bastards“, die im Studio Babelsberg gedreht wurden. Der Geldsegen kommt kleinen wie großen Produktionen zugute.


50.000
Euro Strafgeld drohte die terroristische Constantin Film unbotmäßigen Journalisten an. Damit wollte Eichingers PR-Armee die Bericht­erstattung zu „Baader Meinhof Komplex“ generalstabsmäßig lenken, leiten und sicher ins Ziel führen. Doch die minutiös geplante Herbst­offensive scheiterte: Der angstvoll bewachte Film blieb an den Kassen hinter den Erwartungen der Manager zurück.

 

Kinder. Wie die Zeit vergeht. 120.000.000 geschätzte Zuschauer werden bis Ende 2008 den Weg in die deutschen Kinos gefunden haben. Die wenigsten davon haben dort „Kinder. Wie die Zeit vergeht“ gesehen. Künstlerischer Erfolg ist nicht immer in Zahlen messbar: Thomas Heises Film lief in Berlin nur in zwei Kinos, dennoch war seine Langzeitdokumentation über die Ost-Kinder der Wende für uns einer der herausragenden Filme 2008.

Lesen Sie hier: Die Favoriten unserer Filmkritiker

Sie hatten die Wahl: Die Lieblingsfilme unserer Leser 2008 

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