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„Das Ende ist mein Anfang“ im Kino

Das_Ende_ist_mein_AnfangTiziano Terzani war Reisender aus Passion und – als Asienkorrespondent des „Spiegel“ – auch von Berufs wegen. Im Buch „Das Ende ist mein Anfang“ berichtet er im Gespräch mit seinem Sohn von Stationen seines rastlosen Lebens. Im Film wird die Lebensbeichte Terzanis kurz vor dem Krebstod nachgestellt, am Originalschauplatz und mit einem eindringlich spielenden Bruno Ganz in der – nicht nur wegen ellenlanger Monologe schwierigen – Hauptrolle als Sterbender. Dessen zunehmende Entrücktheit von der Welt wird mit erhabenen Landschaftsaufnahmen von Gipfeln über den Wolken visualisiert.

Für Terzani wurde die Krankheit ein Weg zur Weisheit: Der einst geltungsbedürftige Egozentriker wandelte sich zum introvertierten Einsiedler, der lebenssatt den Tod erwartet, um wieder „niemand zu werden“, wie vor der Geburt. Das grauenhafteste, so schreibt Luis Buсuel in seinen Memoiren, sei für ihn die Vorstellung, auf Reisen, allein in einem Hotelzimmer zu sterben. Das blieb Terzani erspart, er starb von Frau und Kindern umsorgt zu Hause in der Toskana, inmitten einer malerischen Berglandschaft.    

Text: Ralph Umard

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Das Ende ist mein Anfang“ im Kino in Berlin

Das Ende ist mein Anfang Deutschland 2010; Regie: Jo Baier; Darsteller: Bruno Ganz (Tiziano Terzani), Elio Germano (Folco Terzani), Erika Pluhar (Angela Terzani); 98 Minuten

Kinostart: 7. Oktober

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