Drama

„Das Gesetz der Familie“ im Kino

Trotz Vater-Sohn-Enkel-Konflikt heißt es in Adam Smiths Debüt: Zusammenhalt um jeden Preis

Foto: Koch Films

Ein ungewöhnliches Milieu hat sich der britische Regisseur Adam Smith für sein Kino-Debüt ausgesucht: Eine Wohnwagensiedlung von Outlaws in Gloustershire ist Schauplatz eines Familiendramas, in dessen Mittelpunkt die Auseinandersetzung des Patriarchen ­Colby Cutler (Brendan Gleeson) mit seinem nicht besonders durchsetzungsfähigen Sohn Chad (Michael Fassbender) steht.
Letzterer hat die Zeichen der Zeit erkannt und möchte sich mit seiner Frau und den zwei ­Kindern aus dem Dasein als ausgestoßener Krimineller befreien. Das wiederum passt dem freiheitsliebenden Vater nicht, der keine ­Widerworte duldet. Leidtragender des Konflikts ist vor allem Chads kleiner Sohn Tyson, der nicht weiß, welchem Familienmitglied ­seine Loyalität denn nun gelten soll. Wobei ein Opa, der kategorisch behauptet, dass man nicht zur Schule gehen müsse, natürlich ­immer eine Option ist.
Eingeflochten in das Familiendrama sind ­einige ansehnliche Querfeldein-Verfolgungsjagden und ein eher nicht besonders subtiler Einbruch in das Haus eines Richters, der zeigt, dass Smiths Interesse doch eher dem Vater-Sohn-Konflikt gilt. Der kommt dank der schauspielerischen Schwergewichte Gleeson und Fassbender überzeugend daher – bis auf ein windelweiches Finale, das die konfrontative Aussprache, auf die der Film stetig hingearbeitet hat, mit einem Appell an traditionelle Familienwerte einfach auf eine kommende Generation vertagt.

Trespass Against Us (OT) GB 2017, 99 Min., R: Adam Smith, D: Brendan Gleeson, Michael Fassbender, Lyndsey Marshall, Start: 3.8.

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