Dokumentarfilm

„Das grüne Gold“ im Kino

Warum exportiert ein Land wie Äthiopien, das seit der verheerenden Hungerkatastrophe Mitte der 80er-Jahre in der westlichen Öffentlichkeit geradezu zum Synonym für die Unterernährung Afrikas geworden ist, Lebensmittel?

Foto: Neue Visionen

Die Beobachtung, wie am Flughafen der Hauptstadt Addis Abeba Säcke voller Getreide für den Export vorbereitet wurden, während gleich nebenan Hilfslieferungen ankamen, war für den schwedischen Regisseur Joakim Demmer Auslöser der Recherche. Eine Anklage der Absurditäten der Entwicklungspolitik hätte das werden können oder auch ein ideologisch aufgeladenes Fanal gegen die Globalisierung.
Doch „Das grüne Gold“ ist anders. Betont nüchtern nähert sich der sauber recherchierte Film seinem Thema an, das zunächst wenig spektakulär wirkt: Um den Kauf von Ackerflächen geht es, was nur auf den ersten Blick harmlos ist. Denn wenn ärmere Länder wie Äthiopien große Teile ihres Landes an ausländische Investoren verkaufen, verkaufen sie damit auch einen Teil ihrer Zukunft. Das schnelle Geld fließt nur einmal, doch die Folgen für die Menschen sind von Dauer.

Dead Donkeys Fear No Hyenas (OT) S/D/FIN 2016, 84 Min., R: Joakim Demmer, Start: 5.10.

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