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„Das Hausmädchen“ im Kino

Das Hausmädchen

Das Remake eines sehenswerten südkoreanischen Klassikers von 1960 (online auf mubi.com) lief bei den letztjährigen Filmfestspielen in Cannes im Wettbewerb. Original und Remake – beide erzählen die Geschichte eines vom Hausherren geschwängerten Hausmädchens. Während im expressionistisch inszenierten Original die psychosexuelle Dynamik in ein dialektisches Umschlagen der Verhältnisse von Macht und Beherrschung mündet, wird die Geschichte im aktuellen Film zu einem größtenteils dahinplätschernden Identifikations-Melodram um die zum Objekt gewordene junge Frau. Inszenatorisch und darstellerisch einfallslos, stellt der Film das passiv leidende Hausmädchen in den Mittelpunkt und flankiert es mit klischeehaft gezeichneten Figuren aus der Oberschicht. Vor allem Ausstattungsdetails prägen den weitgehend planlos erzählten Film, in dem die Kamera oft viel Zeit findet, schwungvoll in die Höhe zu fahren, um mit erstaunlichem Desinteresse die Figurenkonstellationen im blitzblanken Marmorpalast mit den Designermöbeln und dem Ambiente-Kamin ins Bild zu setzen.

Text: Michael Baute

tip-Bewertung: Uninteressant

Orte und Zeiten: „Das Hausmädchen“ im Kino in Berlin

Das Hausmädchen (Hangyo), Südkorea 2010; Regie: Im Sangsoo; Darsteller: Jeon Do-yeon (Eun-yi), Lee Jung-jae (Hoon), Seo Woo (Hae-ra); 106 Minuten

Kinostart: 21. April

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