Polit-Drama

„Das ist unser Land!“ im Kino

„Das ist unser Land!“ blickt auf den rechten politischen Rand

Foto: Alamode

Die rechtspopulistische Partei „Le Bloc“, die der Belgier Lucas Belvaux unter die Lupe nimmt, erinnert nicht von ungefähr an den ­französischen Front National. Dieses betont Offensichtliche ist zugleich Stärke und ­Schwäche des Films.

Belvaux erzählt die Geschichte der ebenso sympathischen wie empathischen Krankenschwester Pauline, die sich in einer nordfranzösischen Kleinstadt nicht nur allein um ihre beiden Kinder, den kranken Vater und ihre ­Patienten kümmert, sondern sich auch gegen soziale Missstände engagiert. Völlig unerwartet wird Pauline von dem charmanten Ex-Parlamentarier Dr. Berthier gebeten, für die aufstrebende Partei der Populistin Agnès Dorgelle zu kandidieren. Diese hat aus der tumb rechts­extremen Partei ihres Vaters eine ­geschmeidige Bewegung mit gutbürgerlicher Fassade gebaut und missbraucht Pauline als liebenswertes Gesicht ihrer Kampagne. Ohne es zu merken, verliert die naive Frau erst ihre Glaubwürdigkeit und dann die Kontrolle über ihr Leben. Als sie ihrer Jugendliebe Stanko begegnet, einst ein rechtsextremer Schläger, pochen die Granden der Partei auf ein Ende der Beziehung. Pauline muss eine Entscheidung treffen.

Sehr ein-, manchmal aber auch etwas aufdringlich demaskiert Belvaux die glatte Fassade der Populisten und präsentiert die Kleinstadt als Mikrokosmos, in dem soziale und politische Konflikte exemplarisch aufflammen. Das wirkt mitunter in der Verkürzung und Verdichtung lehrstückhaft, besitzt aber eine Wucht, der man sich kaum entziehen kann.

Chez Nous (OT) F 2017, 117 Min., R: Lucas Belvaux, D: Emilie Dequenne, André Dussollier, Catherine Jacob, Start: 24.8.

Mehr über Cookies erfahren